Stefan-A. Hoffmann

Texte & Meinungen

10. Oktober 2019
von Stefan-A. Hoffmann
Keine Kommentare

Erschreckt, aber nicht überrascht

Deutschland hat schon länger ein tiefes und unaufgearbeitetes Problem mit dem Rechtsradikalismus. Spätestens seit den unfassbar mangelhaft aufgeklärten NSU-Morden ist klar, dass hier diese Gefahr nicht marginal erkannt wird und entsprechend gehandelt wird.

Dies ist es aber nicht allein.

Die demokratischen Institutionen scheinen ausgehöhlt. Die derzeitige Lage der Parteien und der Regierung, die sich meist mit sich selber beschäftigen oder sich von lobbygesteuerten Interessen die Gesetze gießen lassen, geben ein jämmerliches Bild ab.

Mit der Entmündigung vieler Menschen durch die Hartz IV Gesetze, sind viele Menschen von diesem Staat frustriert und wenden sich ab, sind nicht mehr ausreichend politisch erreichbar.

Die politisch interessierte Mittelklasse wendet sich ebenfalls ab, die Parteien, die sie einst gewählt haben, zerbröseln. Lebendige Debatten zu inhaltlichen Themen finden wenig Gehör.

Mich erschreckt die Tat von Halle, aber wenn man sich viele Entwicklungen der vergangenen Zeit ansieht, kommt sie keineswegs überraschend.

17. März 2019
von Stefan-A. Hoffmann
Keine Kommentare

„Schwänzen“ passt nicht mehr in die Zeit!

300.000 Menschen, unter Ihnen in der Mehrzahl Schülerinnen und Schüler streikten am vergangenen Freitag unter der Motto #fridaysforfuture allein in Deutschland für mehr Klimaschutz und gegen die Untätigkeit der heutigen Verantwortlichen, sich dem Problem des Klimawandels angemessen zu stellen.

Dass diese Kritik berechtigt ist, wird schnell deutlich: Denn statt auf die Ängste der Schülerinnen und Schüler einzugehen und endlich (!) schnell und effektiv Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, entziehen sich gerade konservative Politiker und Verantwortliche dieser Diskussion, und beschweren sich darüber, dass Schülerinnen und Schüler für Ihren Streik die Schule schwänzen.

Diese armselige Argumentation zeigt folgendes auf: Die Verantwortlichen finden keine Argumentation für ihre Untätigkeit in Fragen des Klimaschutzes. Sie legen den Schwerpunkt auf das „Schwänzen“, wohl wissend, dass diese Bewegung nicht so nachhaltig erfolgreich wäre, würden diese Streiks außerhalb der Schulzeit stattfinden.

Es offenbart aber auch, dass die Verantwortlichen diese jungen Menschen gar nicht mehr verstehen und sie sich nicht mal die Mühe macht sie zu verstehen. Diese jungen Menschen, für die digitale Methoden und globale Vernetzung mit Hilfe diverser Social-Media-Tools selbstverständlich ist, denken anders, handeln anders, sind politisch interessiert und wollen mit ihrem Anliegen nicht nur ernst genommen werden, sondern auch Druck erzeugen. Druck, der dringend notwendig ist.

Dazwischen wirkt das Wort „schwänzen“ wie aus der Zeit gefallen. Der Duden beschreibt die Herkunft des Wortes „schwänzen“ wie folgt:

im 18. Jahrhundert in die Studentensprache übernommen (im Sinne von „bummeln, eine Vorlesung versäumen“) = aus gaunersprachlich schwentzen = herumschlendern; zieren < mittelhochdeutsch swenzen = (hin und her) schwenken, Intensivbildung zu: swenken, schwenken

https://www.duden.de/rechtschreibung/schwaenzen

Die negativen Assoziationen, die mit dem Wort mitschwingen, werden klar benannt „gaunersprachlich: herumschlendern“. Dieses Wort passt nicht zum Aktionismus der jungen Generation. Dieses Wort offenbart ein Verständnis von Schule, wie es sie die letzten 200 Jahre gegeben hat. Aber diese Form von Schule ist nicht zukunftsorientiert. Kinder von 8:00 bis 14:00 Uhr in Sitzreihen zu zwängen und Wissensstoff mit antiquierten Methoden zu vermitteln, so dass dieser seine Halbwertzeit im Gehirn schon nach dem Klingeln überschritten hat und maximal nach der nächsten Klausur kaum noch abrufbar ist. Und wenn man da freitags nicht mitmacht, um sich für existentielle Zukunftsfragen einzusetzen, hat das nichts mit „herumschlendern“ zu tun.

Gerade in dieser Woche hatte sich der Deutschlandfunk mit einem Feature dem Thema „Die Digitalisierung der Ausbildung für die Arbeit 4.0“ gewidmet (Link zur Sendung und zum Podcast). Darin erklärt die Soziologin Britta Matthes die Herausforderungen des Bildungssystems in den Zeiten der Digitalisierung: „Das Bildungssystem in den Punkten jetzt so umzustellen, dass es auch für die Zukunft gewappnet ist, das glaube ich, ist die Aufgabe.“

Cord Buck, Ausbildungsleiter am Hamburger Airbus-Standort, ergänzt: „Ich glaube, wir müssen die Auszubildenden stärker und persönlich auf diese schnellen Veränderungsprozesse vorbereiten. Dass sie lernen, sich offen zu artikulieren, Sachen offen auszusprechen, selber Lernbedarfe auch erkennen, und sich auch selbst immer wieder Feedback einholen von den Kollegen.“

Und die Hamburger Berufsschule für medizinische Fachberufe geht noch ein Stück weiter: Nina Stelle, dort Lehrerin, hat „das Konzept des individualisierten Lernens an der Berufsschule mitentwickelt. Wo und wie sie lernen, entscheiden die Schüler dort weitgehend selbst. Wer will, kann sich während der Unterrichtszeit in ein Selbstlernzentrum zurückziehen oder Lernorte wie das Relief besuchen. Die Lehrer stehen auf Wunsch für Fragen bereit. Damit die Schüler wissen, was sie lernen müssen, bekommen sie alle paar Wochen eine neue Kompetenzliste ausgehändigt, auf der steht, was in der nächsten Prüfung abgefragt wird.“

Die Herausforderungen in der zukünftigen Arbeitswelt sind gigantisch und die heutige Schulform bereitet die jungen Menschen nicht auf diese Arbeitswelt vor. Mal abgesehen davon, dass nicht der Ort entscheidend sein wird, an dem gearbeitet wird, klingt der Tatbestand „Schwänzen“ altbacken, bieder und nicht zukunftsfähig.

Die Teilnehmer/innen des Klimastreiks haben nicht nur erkannt, dass das „Haus brennt“, in dem wir wohnen und sie erfahren, dass sich keiner der selbsternannten „Politprofis“ darum kümmert. Angesichts dieser bedrohten Zukunft sehen sie die Priorität ihres Lernen und Handelns in der Zurückgewinnung ihrer Zukunft. Sie schwänzen nicht, sondern sie lernen demokratische Willensbildung, Informationen über den Ursachen für den Klimawandel und die Möglichkeiten diese abzumildern oder gar zu stoppen. Sie lernen, dass sie nicht gehört werden, wenn sie nicht die Grenzen überschreiten und nutzen dabei selbstverständlich neue Vernetzungstechniken, so dass an einem Tag hundertausende Menschen in über 120 Staaten demonstrieren.

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“, hieß mal. Diese jungen Menschen lernen freitags mehr für ihr Leben, als manchen Menschen lieb ist. Sie streiken, aber sie schwänzen nicht.

31. Dezember 2017
von Stefan-A. Hoffmann
Keine Kommentare

Abschied und Neustart

Liebe Freundinnen und Freunde, für mich geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Viele von Euch haben mich entweder persönlich oder hier im Netz dabei begleitet, Anteil genommen, haben mir zugehört oder mir Ihre Sichtweise auf die Dinge mitgeteilt, die mich in diesem Jahr beschäftigt haben. Dafür möchte ich Euch allen danken.

Der Wendepunkt in diesem Jahr war zu Pfingsten mein Schlaganfall. Der Gott sei Dank sehr glimpflich verlief, aber trotzdem mein Leben und das Leben meiner Familie kräftig getroffen hatte. Trotz aller Bitterkeit und Traurigkeit über Geschehenes, habe ich es dank der o.g. Unterstützung geschafft, den Schlaganfall als Chance sehen zu können und mein Leben einen sog. Reset gegönnt.

Mittlerweile geht es mir deutlich besser und ich fange am kommenden Dienstag wieder an zu arbeiten. Allerdings habe ich getreu meines hier als Bild beigefügten Leitspruch viele Dinge in meinem Leben neu ausgerichtet.

Nach mehr als acht Jahren verlasse ich heute den AWO Bundesverband. Es waren gute Jahre mit vielen netten und schönen Begegnungen, für die ich dankbar bin. Aber ich bleibe der AWO erhalten und freue mich ab 2018 beim AWO Bezirksverband Potsdam das Thema Digitalisierung mit aufzubauen. Wir sehen uns.

Euch wünsche ich für 2018 alles Gute, besonders Gesundheit.

22. Juli 2017
von Stefan-A. Hoffmann
2 Kommentare

Zwischenbilanz vom Zauberberg

Es ist eine Weile her, dass ich hier über meinen weiteren Verlauf geschrieben habe. Das hat zunächst ganz praktische Gründe. Ich bin ja seit drei Wochen in der Rehaklinik Grünheide. Hier gibt es für Patienten nur ganz schlechte Möglichkeiten ins Netz zu kommen. Es gibt kein WLAN und das Internetterminal hier stammt gefühlt aus dem letzten Jahrhundert. Der andere Grund ist, dass ich in den ersten Wochen in der Reha einfach total kaputt war. Mittlerweile habe ich mich hier eingelebt und nun habe ich noch  bis Anfang August Zeit hier loszulassen und wieder zu Kräften zu kommen.

Nun aber einen kleinen Zwichenbericht. Zunächst muss ich sagen, dass alle Therapeuten sehr engagiert und nett sind. Ich bin wirklich dankbar für ihr Engagement und merke, wie mich jede Anwendung stärkt und mir hilft.

Etwas chaotisch war ja mein Ankommen. Die zentrale Patientenverwaltung hatte mich zum 29. Juni eingeladen. Als ich dann hier ankam, hieß es, dass man mich schon am 28. Juni erwartet hatte und mein Zimmer nun schon weg sei. Ich war dann für eine Nacht im Zweibettzimmer. Der Ärger darüber hat sich schnell gelegt und ich genieße hier jeden Tag und sehe die Chancen, die mir der Schlaganfall bietet, innezuhalten und mein Leben neu zu ordnen.

Bei den Therapien wunderte ich mich, dass ich in eine Gruppe mit Halbseiten-Gelähmten kam. Ich war doch nicht gelähmt. Aber ich merkte dann doch sehr schnell, dass ich dort richtig bin. Ich hatte auf der linken Seite kaum Kraft und dadurch habe ich auch Probleme mit dem Gleichgewicht. Die Übungen und Anwendungen waren zu Beginn z.T. sehr anstrengend, aber mittlerweile merke ich, wie sie etwas für mich bringen. Ich werde von Tag zu Tag kräftiger.

Zusätzlich hatte ich am Anfang einen Termin mit einer Ernährungsberatetin. Es ist kein Geheimnis, mein Übergewicht ist ein Risikofaktor. Ich habe hier einige Ändrungen in meiner Ernährung begonnen, die mich hoffen lassen, mich von meinen überflüssigen Pfunden zu trennen. Mittlerweile bin ich ziemlich diszipliniert und wiege erstmals seit langer Zeit mit 97 kg unter 100 kg, d.h. ich habe in den letzten Wochen nach dem Schlaganfall c.a. acht Kilogramm abgenommen. Ein guter Weg. Da ist ich mehr drin.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die psychologische Betreuung. Zunächst musste ich viele kognitiven Tests bestehen, die mir im Ergbnis bestätigen, dass der Schlaganfall in dem Bereich keine bleibenden Schäden hinterlassen hat. Außerdem habe ich sehr gute Gesprächssitzungen mit einem sehr netten Psychologen, der mit mir meine Situation analysiert und mich in den Gesprächen dazu bringt, über mich intensiver nachzudenken und Strategien für die Zukunft zu entwickeln, die mich auch seelisch wieder mehr ins Gleichgewicht bringen. Ich bin sehr dankbar dafür.

Ja und abends sitze ich oft hier am Werlsee und denke nach, träume, zeichne oder lese.

26. Juni 2017
von Stefan-A. Hoffmann
Keine Kommentare

Mal wieder auf dem Rad

Seid meinem letzten Eintrag ist eine Weile vergangen. Ich habe mich weiter aktiviert. Dazu kam der normale Familienalltag: Am Donnerstag und Freitag musste ich meinen 7jährigen Sohn zur Schule bringen. Das war eine kleine Übung, wie das morgens so im Berufsverkehr ist. Im Augenblick fühlte sich das dann doch sehr nach Anstrengung an.

Am Wochenende hatte ich Besuch von zwei langjährigen, sehr guten Freunden. Das hat mir gut getan, denn sie haben mich ermuntert nach vorne zu blicken. Ich muss insbesondere lernen, wie ich in Zukunft zwischenmenschlichen Stress nicht mehr zu sehr an mich heranlasse. Menschen kann man nicht ändern, aber wohl die Umstände, in denen man ihnen begegnen muss.

Am Donnerstag, 29. Juni darf ich endlich in die Reha. Es geht in die Median-Klink nach Grünheide. Ich hoffe, dass ich dort lerne besser mit meinen Taubheitsgefühlen und meinen kognitiven Einschränkungen umzugehen.

Heute nachmittag habe ich mich dann mal wieder auf das Fahrrad getraut: Ein kurzer Weg, abseits der Straße zu unserem nächsten Einkaufszentrum. Es ging leichter als ich dachte. Es war zwar auch ein sehr komisches Gefühl mit einem tauben Fuß zu treten, aber ich bin langsam und sicher gut hin- und hergekommen.

Also insgesamt gibt es eine Menge Fortschritte.

21. Juni 2017
von Stefan-A. Hoffmann
Keine Kommentare

Nordic Walking, die erste.

Nachdem ich am Montag meinen Blog öffentlich gemacht habe, habe ich auf sehr vielen Wegen Genesungswünsche bekommen, ebenso das Lob für diese Seite und meinen Texten. Dafür möchte ich Euch herzlich danken. Diese Anteilnahme hat mich sehr berührt und ist zugleich Motivation für mich, weiterzumachen. Dieses Blog ist mein Tagebuch und es kann nicht verallgemeinern, was ein Schlaganfall bedeutet. Es sind meine Gedanken und Empfindungen. Das wollte ich nur nochmal sagen.

Nachdem meine Reha vermutlich erst in der nächsten Woche startet, muss ich mich ja selber etwas aktivieren. Normalerweise fahre ich bei so einen schönen Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit (ca. 13 km pro Strecke). Das kann ich nicht, und auf das Fahrrad habe ich mich auch noch nicht wieder gesetzt.

Also habe ich beschossen, ein wenig Nordic Walking zu machen. Ich hatte ja noch Stöcker. Diese können ja auch bei unebenen Wege etwas zur Stabilisierung beitragen. Ich habe mit einem Live-Video auf Facebook gestartet.

https://www.facebook.com/plugins/video.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fstefan0161%2Fvideos%2F1746173548732226%2F&show_text=0&width=225

Es ging nicht darum auf Zeit zu gehen, oder eine große Distanz zu erreichen. Es sollte nur für mich der erste Weg wieder zu etwas Sport sein. Meine Ergebnisse und meine Strecke könnt Ihr bei runtastic nachlesen.

 

Ich bin etwas durch die Kleingartenanlagen von Nordend gelaufen. Etwas chaotisch, weil es oft kleine Stichwege gibt, die dann vor einem Gartentor enden. Es hat aber sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich hinterher wirklich sehr gut gefühlt. Ich werde das jetzt wohl alle zwei bis drei Tage machen.

 

17. Juni 2017
von Stefan-A. Hoffmann
2 Kommentare

Lesen, lesen, lesen.

Was gut funktioniert, ist lesen. Ich habe gerade viel Zeit dazu. Am liebsten Krimis. Was bisher geschah:

  • Nele Heuhaus: Im Wald (allerdings schon vor dem 4. Juni begonnen)
  • Lone Theils: Die Mädchen von der Englandfähre
  • Jonas Moström: So tödlich nah
  • Per J Andersson: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr um dort seine große Liebe wiederzufinden.

Gestern bin ich mit der Straßenbahn bis zur Bibliothek gefahren, um mein Konto wieder zu aktivieren. Dann kann ich mir für die Reha weitere Bücher für mein E-Book-Reader ausleihen. Großartig!

15. Juni 2017
von Stefan-A. Hoffmann
Keine Kommentare

Stimmengewitter Teil 2

Heute wieder Stimmengewitter. Meine Frau wollte heute früh zu IKEA fahren. Na klar komme ich mit, keine Frage und dann zuvor dort lecker frühstücken.

Und auch hier dann wieder „Stimmengewitter“.  Ich höre alle Gespräche gleichlaut und dazu noch der Auswurf aus den Lautsprechern. Ich habe das Gefühl, alle ringen um meine Aufmerksamkeit. Ein Baby weint. Es ist mit seiner Mutter noch drei Meter weg, aber ich höre es in der gleichen Intensität, wie alles um mich herum.

Manchmal denke ich, das wäre ein gutes Symptom für einen Kommissar in einem Krimi. Aber jetzt muss ich mich mal darum kümmern, wann ich endlich zur Reha komme. Das muss ja doch auch irgendwie angegangen werden. Langsam wird es Zeit.

14. Juni 2017
von Stefan-A. Hoffmann
Keine Kommentare

Tablettenjunkie

Heute mal nur ein Bild. Nun muss ich Tabletten für mich stellen. Immerhin sechs pro Tag. Ich erspare Euch Einzelheiten. Gott sei Dank gibt es die Pharmaindustrie. Und abends gibt es dann Pantoprazol, damit Du dann auch alle Tabletten verträgst.

13. Juni 2017
von Stefan-A. Hoffmann
Keine Kommentare

#weilwirdichlieben

Heute Aktionsradius erhöht. Erster Versuch wieder mal ÖPNV zu fahren. Die Druckerpatronen sind leer. Wie gut, dass vor meinem Haus ein Bus direkt bis vor das Märkische Zentrum fährt, wo es einen Saturn gibt.

Ich mache mich auf den Weg, damit ich gleich um zehn dort bin. Der Bus ist leer und ich humpele wie ein alter Mann hinein und lasse mich gleich vorne auf den ersten Sitz fallen. Der Schwerbehindertensitz. Oh Gott, nein! Das darf nicht wahr sein. Plötzlich bist du alt, kannst nicht im Bus stehen, und kannst auch erst dann aufstehen, wenn der Bus anhält. Unfassbar. Das muss anders werden.

Dann humpele ich durch das Einkaufszentrum und mache meine Besorgungen. Alles wie in Trance: Hauptsache ich kippe nicht um und komme gut wieder zuhause an.

Bevor ich mich wieder zu Stoßzeiten in ein Bus oder eine U-Bahn setzen kann, wird es wohl noch dauern.