Warten auf einen Arzt

Meine linke Seite ist taub vom Kopf bis zu den Zehenspitzen. Es bleibt. Es fühlt sich an wie eingeschlafen, doch die linke Seite wacht nicht mehr auf. Aber es kommt kein Arzt, keiner, der mich untersucht, mich befragt und gar eine Therapie einleitet. Nichts. Ich kann ja noch laufen, ich kann ja noch sprechen, bin noch klaren Geistes und kann alle Koordinierungsübungen durchführen.

In der Nacht wurde in mein Zimmer ein netter Mann gelegt, der zwar etwas älter, aber auch schlagartig aus seinem bisherigen Leben gerissen wurde. Ihn hatte es deutlich schlechter erwischt als mich, allerdings schon ein paar Tage eher. Wir kamen nett ins Gespräch.

Am Nachmittag breitete sich Hektik auf Station aus. Es war von Verlegungen die Rede. Dann heiß es, ich müsse meine Sachen packen, ich würde gleich auf eine  normale Station verlegt. Ich sagte, ich würde nur gehen, wenn endlich mal ein Arzt zu mir käme.

Einige Minuten später kam dann die Oberärztin, die mich befragte, untersuchte und  Diagnostik und Medikamente ansetzte. Sie war sehr zugewandt und freundlich, ich fühlte mich endlich in guten Händen.

Von nun gibt es Blutverdünner, ASS auf Lebenszeit und Chlopidogrel für drei Monate. Ich werde also in Zukunft mehr darauf aufpassen müssen, mich nicht zu verletzen.

Dann der Umzug. Ich bin gegangen, unsicher, wie auf Pudding, in Begleitung. Es war wie ein Marathonlauf. Aber ich hatte es geschafft. Die Station ist eine fachlich gemischte, Unfallchirurgie und Neurologie. Zu Gast kam ich in ein 3-Bett-Zimmer. Details erspare ich Euch. Ich sage nur Luft und Schnarchen. Alles andere könnte Ihr euch denken. Die Nacht war unerträglich.

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